„Ich sehne mich danach, alle Schönheit, die mir vor Augen kam, festzuhalten, und schliesslich ist diese Sehnsucht befriedigt worden.“

Julia Margaret Cameron

 

STATEMENT

Eine Fotografie ist in vieler Hinsicht ein Dokument und zeigt zum Zeitpunkt der Aufnahme immer den Istzustand – entweder einer Person oder eines Gegenstandes aus der Natur. Nachdem das Bild gemacht wurde, ist es bereits Vergangenheit. Das Bild ist dann archiviert. Später folgen meistens weitere. Eine Fotografie hat somit immer etwas Vergängliches, wo Erinnerungen, Stimmungen und Gefühle von damals zu spüren und zu sehen sind.

Oft wandere ich herum. Auf Strassen und Plätzen, in Häusern und in Räumen, in der Natur überall fotografiere ich in Gedanken und stelle mir immer Kompositionen vor. Mein Blick schweift herum. Ich sehe viele wunderbare Gesichter, jedes ist anders und auf seine Art bemerkenswert und für eine Fotografie lohnenswert. Im Gegensatz zu meinen Landschaftsaufnahmen sollen meine Porträts möglichst authentisch wirken und die Person so zeigen wie sie ist. Nichts Anderes erwarte ich von einem Modell. Es sitzt da und schaut mich an. Ich gebe nur wenige Anweisungen. Es ist so, als würde ich gar nicht existieren.

Und im „richtigen“ Moment drücke ich dann auf den Auslöser meiner Kamera.

Thomas von Zallinger